Ich bin Schäääf

Hallo! Ich bin Schäääf. Ich bin hier das Leitschaf.

Willst Du wissen, wie es dazu kam?

Das war so. Wir Kamerunschafe haben viel Angst. Und rennen immer erst mal weg. Aber wenn unsere Schäferin Futter bringt, ist wegrennen falsch. Dann liegt das Futter im Trog und ich komme nicht dran. Seit dem ich das verstanden habe, bin ich da geblieben. Bis die anderen zurück waren, hatte ich das Beste schon gefressen. Beim ersten Mal hat unsere Schäferin etwas zu mir gesagt, das ich nicht ganz verstanden habe:”Na….Du hast ja offenbar ein paar Gehirnwindungen mehr, als die anderen”. Es klang, als wollte sie mir ein Kompliment machen.
Wenn wir auf der Weide sind und ich höre, dass die Schäferin mit Futter im Stall ist, renne ich los, damit ich als erste am Trog bin. Die anderen rennen mir inzwischen hinterher. Als unsere Schäferin das gesehen hat, sagte sie: “Oh, jetzt bist Du wohl das Leitschaft geworden”. Seit dem nennt sie mich Schäääf. Das gefällt mir!

Corona ist ein Stall!

Jetzt will ich Euch mal etwas wichtiges erklären! Wir Schafe glauben ja viel. Aber die Schäferin und Sandra haben sich letztens über Corona unterhalten. Das wäre ein Virus. Und gefährlich. Die haben soger Lappen vor dem Mund getragen, als sie uns die Hufe gemacht haben. Weil Corona so gefährlich ist. Und dann, als die Lämmer geboren wurden, hat Bernhard einen neuen Stall mitgebracht. Den hat er neben unseren Stall gestellt. Für die Menschen! Ich hab das ganz genau gesehen. Die sind da Abends reingegangen und kamen Morgens wieder raus. Munter wie ein Bock im grünen Gras. Es kamen sogar noch andere Menschen dazu. Die kamen helfen, als Schönheit ihre schwere Geburt hatte. Alle haben danach vor dem Stall gesessen und gefressen. Niemandem ist etwas passiert. Und die Schäferin sagt immer, Schäääf kann schreiben und lesen. Nee, Schreiben kann ich nicht. Aber lesen. Und ich hab ganz genau gelesen, was auf dem Stall steht. Da steht: “CORONA”. Und der Stall hat keinem was getan. Echt! Also: von wegen gefährlicher Virus! Corona ist ein Stall!!!

Besuch vom Krippenbeamten

Manchmal sagen Menschen falsche Dinge. So wie letztens. Da kam Schäferin mit einem Menschenbock in den Stall. Ich glaube, das ist der Bock von Agnes. Und Schäferin hat mir dann erzählt, der wäre Kripobeamter. Ich hab erst mal freundlich genickt. Schäferin hatte Möhren dabei. Da will man ja keinen Streit vom Zaun brechen. Später haben wir dann in der Herde überlegt. Eigentlich ist unsere Schäferin ja nicht dumm. Wir glauben also, sie hat sich versprochen. Sie meint sicher Krippenbeamter. Wir wissen zwar nicht, warum Menschen für ihre Krippen Beamte brauchen. Die sind ja fest eingebaut. Aber irgend einen Grund wird es schon haben. Der Krippenbeamte kommt jedenfalls seit dem häufiger und guckt, ob alles in Ordnung ist.

Kurze Geschichte der Scheiblerschen Schafzucht

  • Dezember 2018:  Kontaktaufnahme zu Ernst Weege. Wir entscheiden, 7 Auen zu kaufen.
  • Januar 2019: Wir starten und werden Mitglied beim Schafzuchtverband, bei der Schafzüchtervereinigung und beim Verein der Kamerunzüchter
  • Februar 2019: Verena beginnt den Lehrgang Sachkundiger Schafhalter
  • März 2019: Abschlussklausur Sachkundiger Schafhalter
  • August 2019: Wir kaufen 5 weitere Auen
  • November 2019: Bock Orpheo nimmt seine Arbeit auf
  • März 2020: Aue “Wollschaf” liegt hochschwanger tot im Stall – große Betroffenheit.
  • April 2020: Ab dem 9.4. erwarten wir die ersten Lämmer. Wir ziehen mit Wohnwagen neben den Stall. Pünktlich am 9.4. kommt das erste Lamm, im Verlauf der nächsten Wochen insgesamt 17 Lämmer. Alle sind gesund und munter.
  • Juli 2020: Die Jungböcke beziehen die neue Bockweide.
  • August 2020: Wir erhalten den Status “Maedi-unverdächtig”. Außerdem geht unsere Website online.
  • November 2020: Die jungen Auen kommen ins Herdbuch. Diejenigen, die zur Zucht vorgesehen sind, mit 9/8/8, die Tochter von Leitschaf Schäääf sogar mit 9/8/9.
  • Dezember 2020: Uns schockt die Nachricht, dass Ernst Weege die Zucht aufgibt. Im (freundschaftlichen) Wettlauf der Züchterkollegen ergattern wir von ihm drei tragende Auen und Zuchtbock Orpheo. Eine der Auen ist die Mutter unseres Leitschafs Schäääf und wir sind ganz gespannt auf politische Umwälzungen in der Herde.

Neuer Bockstall – mehr Sicherheit für Böcke und Schäfer

Endlich können die Böcke ihren eigenen Stall beziehen.
Böcke sehen zwar niedlich aus, aber wer wissen möchte, was sie anrichten können, sollte sich dieses Video ansehen: Bockangriff auf Schäferin. In den Kommentaren zu dem Video meinen einige Menschen, die Dame hätte von Schafen offenbar keine Ahnung gehabt. Aber das stimmt nicht. Sie kannte die Schafe und den Bock seit Jahren. Und in unserem Bekantenkreis hat ein Bock, der Jahrelang problemlos als Spielbock gedient hat, aus heiterem Himmel ein Kind so schlimm verletzt, dass die Milz gerissen war. Warum schreiben wir das hier: wir möchten vermeiden, dass Besucher unseres Hofes in guter Absicht auf die Weide laufen und sich unnötig in Gefahr bringen.

Damit uns das nicht selbst passiert, haben wir uns lange darüber Gedanken gemacht, wie wir trotz des recht kleinen Stalls möglichst wenig mit den Böcken in unmittelbaren Kontakt kommen. Als Ergebnis haben wir den Futtergang schlicht nach außen verlegt. Eine Außenwand des Stalles hat vier Klappen, eine für den Wassertrog, eine für Heu und zwei für das Kraftfutter.

Bockstall aus einer ehemaligen Garage mit drei Futterklappen und einer Wasserklappe

Eine der Futterklappen

Wassertrog hinter einer weiteren Klappe

Die Jungböcke haben den neuen Stall schnell angenommen.

Beach-Böcke

Die Bockwiese ist fertig und der erste Bock ist drei Monate alt. Weil der Bockstall noch nicht fertig ist, die jungen Herren aber einen Unterschlupf für die Nacht haben sollten, hat Bernhard kurzerhand seinen Surfanhänger zur Verfügung gestellt. Schön mit Heu gefüllt, sind die Böcke sofort eingezogen.